

Dein Körper ist ein Meister des Überlebens – die 4 F´s
Hast du dich schon einmal gefragt, warum du in stressigen Momenten plötzlich hochexplosiv wirst, völlig erstarrst oder es jedem recht machen willst, obwohl du innerlich schreien möchtest?
Diese Reaktionen sind keine Charakterschwäche und kein Versagen deiner Disziplin. Es sind hochspezialisierte Überlebensstrategien deines autonomen Nervensystems. Dein System scannt permanent – ohne dass du es merkst – deine Umgebung auf Sicherheit oder Gefahr. Wenn es Bedrohung wahrnimmt, übernimmt ein uralter biologischer Autopilot das Steuer. Wir nennen diese Reaktionen die 4 F’s. Sie sind der Versuch deines Körpers, dich in einer (vermeintlich) unsicheren Welt zu schützen.
Was im Körper passiert:
Hohe Energie, Druck, Reizbarkeit. Dein System will die Kontrolle zurückgewinnen.
Wie es sich anfühlt:
"Ich muss mich durchbeißen", Wut, Perfektionismus, ständiges Kritisieren.
Unsere gemeinsame Arbeit:
Wir lernen, die angestaute Energie gesund zu entladen und Grenzen zu setzen, ohne zu "explodieren".
Was im Körper passiert:
Rastlosigkeit, Getriebensein, Vermeidung. Dein System will weg vom Schmerz.
Wie es sich anfühlt:
"Ich schaffe das nicht", Workaholismus, Grübeln, Angst vor Verpflichtungen.
Unsere gemeinsame Arbeit:
Wir finden Wege zur Erdung und Ruhe, damit du wieder im Hier und Jetzt ankommen kannst.
Was im Körper passiert:
Gefühl von Taubheit, Erschöpfung, "Neben-sich-stehen". Dein System fährt herunter, um dich zu schützen.
Wie es sich anfühlt:
"Ich bin wie gelähmt", Leere, Prokrastination, soziale Isolation.
Unsere gemeinsame Arbeit:
Wir wecken dein System ganz behutsam wieder auf und bringen Sicherheit in die Erstarrung.
Was im Körper passiert:
Übermäßige Hilfsbereitschaft, Konfliktscheu. Dein System sucht Sicherheit durch Harmonie.
Wie es sich anfühlt:
"Hauptsache, du bist zufrieden", Ja-Sagen trotz innerem Nein, eigene Bedürfnisse vergessen.
Unsere gemeinsame Arbeit:
Wir stärken dein Ich-Gefühl und üben, die Verbindung zu dir selbst zu halten, auch wenn andere dabei sind.
Die meisten Ansätze versuchen, Probleme über den Verstand zu lösen – durch Nachdenken, Analysieren und Reden. Doch wenn dein Nervensystem im "Überlebensmodus" (Fight, Flight, Freeze oder Fawn) feststeckt, ist der denkende Teil deines Gehirns quasi offline. In diesem Zustand kannst du dich nicht "einfach entspannen" oder "positiv denken".
Die Biologie der Sicherheit basierend auf der Polyvagal-Theorie wissen wir heute: Heilung geschieht nicht durch das Verstehen der Vergangenheit allein, sondern durch das Nachbeeltern des Nervensystems im Hier und Jetzt.
Unser Ziel in der gemeinsamen Arbeit ist es, deine "autonome Leiter" wieder beweglich zu machen. Wir schauen uns an: Kann hier die Leiter an die Seite?
Wir arbeiten "Bottom-Up" – also vom Körper zum Kopf. Wir nutzen sanfte Körperübungen, Atemtechniken und achtsame Wahrnehmung, um deinem System zu signalisieren: "Du bist jetzt sicher. Du darfst den Wachposten verlassen."
Wenn dein Nervensystem lernt, dass die Gefahr vorbei ist, verschwinden die Symptome oft von ganz allein. Du wirst belastbarer, deine Beziehungen werden tiefer und du gewinnst die Freiheit zurück, so zu reagieren, wie du es wirklich möchtest – und nicht so, wie dein Autopilot es vorgibt.
Dein Nervensystem: Der unsichtbare Regisseur deines Lebens
Hast du dich schon mal gefragt, warum du in manchen Momenten völlig cool bleibst und in anderen bei einer Kleinigkeit explodierst? Oder warum du dich manchmal wie „abgeschaltet“ fühlst, obwohl du eigentlich produktiv sein willst? Die Antwort liegt nicht in deinem Charakter, sondern in deinem Nervensystem


Um zu verstehen, wie du tickst, nutzen wir eine einfache Metapher: Dein Körper ist dein Zuhause
Das Fundament: Der Rückzug in die Stille
Das sind deine „Grundversorgungsleitungen“. Sie laufen im Hintergrund, damit das Haus nicht einfriert. Aber wenn es hier zu Problemen kommt, wird alles auf Sparflamme heruntergefahren. Du fühlst dich leer, einsam oder einfach nur erschöpft.
Wenn das System auf „Überleben durch Stillstand“ schaltet
Am Anfang unserer Evolution steht der älteste Reaktionsweg unseres Nervensystems: der dorsale Vagus. Wenn weder Kampf noch Flucht möglich erscheinen und unser System eine lebensbedrohliche Überwältigung wahrnimmt (Neurozeption von Lebensgefahr), wählt es den Weg der letzten Rettung: die Immobilisierung.
Wie fühlt sich das an?
Es ist ein Zustand der absoluten Hilflosigkeit. Vincent van Gogh beschrieb es treffend:
"Man fühlt sich, als läge man an Händen und Füßen gefesselt völlig hilflos auf dem Grund eines tiefen, dunklen Brunnens."
In diesem Moment erstarrt nicht nur der Körper, sondern auch die Seele. Es ist eine Geschichte der Verzweiflung, in der Sicherheit und Hoffnung unerreichbar weit weg scheinen.
Der Erhaltungsmodus des Körpers
Wenn du dich im dorsalen Zustand befindest, zeigt sich das oft durch:
Die Arbeit mit diesem Zustand:
Es ist mir ein Herzensanliegen, dir zu sagen: Dieser Zustand ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist die adaptive Überlebensreaktion deines Körpers, der dich in einem Moment größter Not schützen wollte.
In meiner Arbeit holen wir dich nicht mit Gewalt aus diesem Brunnen. Wir beginnen damit, ganz behutsam Licht und winzige Momente von Sicherheit nach unten zu schicken. Wir lernen gemeinsam, die Anzeichen des Kollapses zu erkennen und dein System ganz sanft wieder an die Oberfläche zu begleiten, dorthin, wo Verbindung und Leben wieder möglich sind.
Das ist dein Sicherheitssystem. Es ist darauf programmiert, bei Gefahr sofort Alarm zu schlagen und dich in Bewegung zu setzen. Wenn es anspringt, schüttet dein Körper Adrenalin aus – du bist bereit für den „Kampf“ oder die „Flucht“.
Wenn dein Nervensystem die Ebene der Sicherheit verlässt, betrittst du den Raum der Mobilisierung. Evolutionär gesehen war dies unser Lebensretter: Die Fähigkeit, in Sekundenbruchteilen Energie bereitzustellen, um zu kämpfen oder zu fliehen. Doch in unserem modernen Alltag fühlt sich dieser Zustand oft wie ein Gefängnis aus Unruhe und Misstrauen an.
Wie fühlt sich das an?
Es ist das Gefühl, als würde die Welt plötzlich schärfere Kanten bekommen. Dein Herz schlägt schneller, dein Atem wird flach, und deine Sinne sind geschärft – aber nur für das, was gefährlich sein könnte. In diesem Zustand flüstert dir die Angst ununterbrochen zu: „Beweg dich! Tu was! Verschwinde von hier!“
Die Geschichte von einer unsicheren Welt
Im sympathischen Zustand verändert sich deine Wahrnehmung:
Die Arbeit mit diesem Zustand:
In meiner Begleitung lernst du, diesen „Alarm im zweiten Stock“ frühzeitig zu bemerken. Wir üben Techniken, die deinem Körper signalisieren, dass die Mobilisierung jetzt nicht mehr nötig ist. Es geht darum, die überschüssige Energie sanft zu entladen, damit du wieder in den ersten Stock – in die Sicherheit und Verbundenheit – zurückkehren kannst.
Der Ort, an dem Heilung und Verbindung geschehen
Hier findet das eigentliche Leben statt. In diesem Zustand fühlst du dich sicher und verbunden. Dein Herzschlag ist ruhig, du kannst klar denken, lachen und dich wirklich auf andere Menschen einlassen. Das ist der Ort, an dem Heilung und Erholung passieren.
„Wie würde es sich anfühlen, wenn die innere Kälte einer tiefen Sicherheit und Wärme weichen dürfte?
Stell dir vor, du erfährst Geborgenheit in einer sanften Umarmung, gehalten von einer Kraft, die dich trägt. Ein Raum, in dem Tränen fließen dürfen und Lachen wieder möglich ist – eng aneinander gekuschelt mit dem Leben selbst.
Hier hast du die Freiheit, dich ganz mitzuteilen, zu verweilen oder zu gehen. In deinem Tempo. In deiner Wahrheit. Gemeinsam ebnen wir deinem Nervensystem den Weg aus der Isolation zurück in dieses Gefühl von tiefer Verbundenheit und Freiheit.“
Das ist der wichtigste Teil deiner Webseite – das Zielbild, die Belohnung für die Arbeit mit dem Nervensystem. In der Metapher des Hauses ist das Wohnzimmer (der ventrale Vagus) der Ort, an dem wir wirklich leben, anstatt nur zu überleben.
Hier ist die stimmige Aufbereitung, die deine poetischen Worte mit den Fachbegriffen von Deb Dana verwebt:
Wenn unser Nervensystem im „zweiten Stock“, dem ventralen Vagus, verankert ist, verändert sich alles. Es ist das biologische Fundament für Vertrauen, Kreativität und echte Nähe. Hier schreiben wir keine Geschichten über Gefahr mehr, sondern Geschichten der Möglichkeiten.
Wie fühlt es sich an?
Es ist dieses tiefe, wohlige Gefühl von Sicherheit und Wärme. Wie würde es sich anfühlen, in der sanften Umarmung durch starke Arme zu ruhen, eng aneinander gekuschelt? Es ist ein Zustand, in dem Tränen und Lachen gleichermaßen willkommen sind. Du spürst die Freiheit, dich ganz mitzuteilen, zu bleiben oder zu gehen – ohne Druck, ohne Maske.
Ein Leben in Verbindung In diesem Zustand bist du „sicher verkörpert“. Das bedeutet:
Die Arbeit in diesem Stockwerk: Mein Ziel ist es, dir zu helfen, die Wege in dieses „Wohnzimmer“ zu ebnen. Wir stärken deine Fähigkeit zur Selbstregulation und nutzen die Co-Regulation in der Gruppe, damit dieser Zustand von Sicherheit nicht nur ein seltener Gast, sondern dein Zuhause wird. Hier darfst du einfach sein.
Kennst du das?
Dein Kopf ist wie ein Internetbrowser mit 50 offenen Tabs. Du hast das Gefühl, ständig etwas tun zu müssen, kannst nicht stillsitzen und deine To-Do-Liste fühlt sich an wie ein drohender Berg. Selbst beim Zähneputzen planst du schon den nächsten Termin
Im Alltag: Ständiges Multitasking, zwanghaftes „Beschäftigtsein“, Vermeidung von Pausen oder die Unfähigkeit, ein Buch zu Ende zu lesen, weil die Gedanken abschweifen.
Das Gefühl: Gehetzt sein, Getriebenheit, eine flache Atmung und das Gefühl, dass die Zeit nicht ausreicht.
Nervensystem: Deine „Alarmanlage“ (Sympathikus) ist aktiv und bereitet dich darauf vor, der Belastung davonzulaufen.


Kennst du das?
Jemand stellt eine harmlose Rückfrage zu deiner Arbeit und du fühlst dich sofort persönlich angegriffen. Du merkst, wie dein Kiefer sich anspannt und du eine spitze oder sarkastische Antwort gibst, die du später vielleicht bereust.
Im Alltag: Gereiztheit gegenüber dem Partner, Ungeduld an der Supermarktkasse, Rechthaberei in Diskussionen oder der Drang, alles kontrollieren zu wollen
Das Gefühl: Hitze im Körper, angespannte Muskeln (besonders Nacken und Kiefer) und ein tunnelartiger Fokus auf das „Problem“
Nervensystem: Der Sympathikus mobilisiert Energie, um die vermeintliche Gefahr zu bekämpfen.
Kennst du das?
Du wirst in einem Meeting etwas gefragt und plötzlich ist dein Kopf wie leergefegt. Du weißt die Antwort eigentlich, aber du bringst kein Wort heraus. Dein Körper fühlt sich steif an, während dein Herz im Inneren rast
Im Alltag: Aufschieberitis (Prokrastination), bei der man stundenlang auf eine Aufgabe starrt, aber nicht anfangen kann; das Gefühl, wie gelähmt zu sein, wenn eine schwierige Entscheidung ansteht
Das Gefühl: Eine Mischung aus hoher innerer Anspannung und äußerer Unbeweglichkeit. Es ist, als ob man gleichzeitig Vollgas gibt und die Handbremse fest angezogen hat
Nervensystem: Ein Mischzustand, bei dem sowohl das Gaspedal (Sympathikus) als auch die Notbremse (Dorsaler Vagus) gleichzeitig aktiv sind


Kennst du das?
Du kommst nach einem stressigen Tag nach Hause und „verschwindest“ für drei Stunden in deinem Smartphone. Du scrollst sinnlos durch Social Media, nimmst die Welt um dich herum kaum noch wahr und fühlst dich einfach nur taub und leer
Im Alltag: „People Pleasing“ – du sagst zu allem Ja, nur um Konflikte zu vermeiden und die Harmonie zu wahren, auch wenn du dich dabei selbst verlierst. Oder du fühlst dich in Gesellschaft von Menschen plötzlich unsichtbar und ziehst dich innerlich völlig zurück
Das Gefühl: Emotionale Taubheit, Wattewelt, chronische Erschöpfung, das Gefühl, „nicht wirklich da“ oder abgetrennt zu sein
Nervensystem: Dein System ist in den „Energiesparmodus“ (Dorsaler Vagus) gegangen, weil Kampf oder Flucht zu anstrengend oder nicht möglich erschienen
Erkennst du dich in einigen Zuständen wieder? Wir wechseln meist am Tag zwischen diesen Zuständen hin und her. Aber wir haben einen Zustand, en dem wir hauptsächlich „zuhause“ sind. Und in den wir fallen, wenn wir in eine stressigen Situation kommen. Da reagiert unser Körper ohne unser bewusstes Denken im Automatismus. Hinterher fragen wir uns oft, warum wir so gehandelt haben und nicht anders. Unsere Reaktion geht an unserem bewussten (beinflussbaren) Denken vorbei.
Warum die Arbeit am Nervensystem hier hilft
Wenn du lernst, diese Zustände frühzeitig zu erkennen („Notice and Name“), kannst du sie regulieren, bevor sie dich „entführen“.
Anstatt dich dafür zu verurteilen, dass du gereizt bist (Fight) oder auf dem Sofa feststeckst (Shutdown), verstehst du: Das ist gerade mein Nervensystem, das versucht, mich zu schützen
Durch Übungen wie das Pendeln zwischen Sicherheit und Belastung oder gezielte Body-to-Brain-Übungen kannst du deinem System helfen, den Weg zurück in das „Wohnzimmer“ (Ventraler Vagus) zu finden.Es ist, als würdest du lernen, die Wellen zu reiten, anstatt von ihnen unter Wasser gedrückt zu werden. Du kannst die Wellen nicht abstellen (die 4 F's sind biologisch sinnvoll), aber du kannst ein besserer Surfer werden.
Ein Trauma entsteht, wenn ein aufkommendes Erlebnis den Menschen als Extremstress überfordert. Wenn du keine Möglichkeit hast, das Erlebte zu verarbeiten, niemand da ist, der dir hilft, du nicht kämpfen und auch nicht fliehen kannst, also sinnbildlich in die Ecke gedrängt wirst. Starke Gefühle von Hilflosigkeit, Ohnmacht und Ausgeliefertsein prägen diese Erlebnisse und deine aufgebrachte Energie reicht nicht aus, um die Bedrohung abzuwenden und wieder Sicherheit herzustellen.
In so einer Situation beginnt dein Gehirn zu dissoziieren. Es arbeitet und speichert das Erleben anders als sonst, es schaltet, um dein Überleben zu sichern, auf „Notprogramm“. Diese Erlebnisse sind höchst subjektiv. Was für den einen ein traumatisches Erlebnis ist, ist für den anderen lediglich großer Stress.
Und einiges mehr.
„Die meisten Traumatisierungen finden in den eigenen Familien statt“
Es gibt verschiedene Arten von Trauma. Unsere Interpretation meint meistens das Schocktrauma (Krieg, Tot, Vergewaltigung, Naturkatastrophe), wenn es um Traumata geht. Letztendlich ist jedoch nicht das (Schock-)Ereignis das Trauma, sondern die verschiedenen körperlichen und psychischen Folgezustände, unter denen wir danach leiden.
Kurz gesagt ist ein Trauma eine Art Wunde oder Verletzung, die durch andere Menschen herrührt.
Ein traumatisches Erlebnis ist eine starke psychische Erschütterung, eine Wunde oder Verletzung, die uns durch Beteiligung andere Menschen entsteht. Ein hoch stressiges Erlebnis, das uns überfordert und das wir in dem Moment nicht bewältigen/verarbeiten können.
Unser Körper und explizit unser Nervensystem ist von Haus aus dazu in der Lage, mit Stress und Belastung umzugehen. Wenn der Stress zeitlich begrenzt ist, für die Person zu bewältigen und nicht extrem ist. Heute weiß man, dass Trauma durch subjektive Erlebnisse entsteht. Es muss keine Katastrophe oder Bedrohung durch Gewalt vorangegangen sein. Auch „kleine“ (für außenstehende Personen „nichtige“) Erlebnisse können zu traumatischen Erlebnissen führen. Das Entstehen einer Traumatisierung ist nicht abhängig von einem Erlebnis mit katastrophalem Ausmaß.
Es hängt vielmehr davon ab, ob die Person das Erlebnis verarbeiten oder bewältigen kann. Dabei spielt es eine Rolle, wie resilient die Person ist, wie ihr Sicherheitserleben ist, wie ihr Bindungsmuster ist, ob jemand bei ihr ist der unterstützt, oder sie der Situation, die sie gerade nicht bewältigen kann, allein gegenübersteht. Es gibt noch viele weitere Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Wichtig ist mir deutlich zu machen, dass eine Situation zu einer Traumatisierung führen kann, weil die Person, die diese Situation durchlebt, gerade keine ausreichenden Ressourcen zur Verfügung hat, das Erlebte zu bewältigen.
Trauma ist also höchst subjektiv!
Es kann demnach sein, dass zwei Personen in der gleichen Situation unterschiedliche Ressourcen haben, das Erlebte zu verarbeiten. Die eine Person ist anschließend traumatisiert, die andere Person geht in die Verarbeitung und hat ausreichend Strategien (und Personen) zur Verfügung, das Erlebte zu bewältigen.
Wir sind in unserem Leben täglich Situationen ausgesetzt, die Stress hervorrufen. Situationen, die großen Stress verursachen, wie Naturkatastrophen, Unfälle, Vergewaltigungen, Krieg oder Überfälle.
Auch Dauerstressoren, wie anhaltender Ärger im Job, Mehrfachbelastungen (Job, Kinder, Existenzangst...) oder toxische Beziehungen wirken sich als Trauma in uns aus. Lang andauernder Stress wird nicht selten als Burnout diagnostiziert und behandelt.
Wenn die Situation, für die eine Person zwar stressig (mit Schreck verbunden) ist, aber zu bewältigen ist, speichert unser Gehirn die Situation assoziiert (zusammenhängend) in unserem Gehirn ab. Sie hat damit einen Beginn, ein Verlauf und ein Ende. Die Person kann von dem Ereignis chronologisch berichten, weil es als ganzes Ereignis abgespeichert ist. Normalerweise schaltet der Organismus wieder in den Alltagsmodus zurück und reguliert sich selbst. Er lässt die Wachheit und Reaktionsbereitschaft los, und wir können wieder entspannt in den Beziehungsmodus wechseln.
Die Verarbeitung und Speicherung eines hoch traumatischen Ereignisses oder eines schweren schockartigen Erlebnisses ist jedoch völlig anders. Von dem Moment an, in dem die Person in eine hoch stressbeladene Situation gerät, die für sie nicht zu bewältigen ist, schaltet das Gehirn völlig automatisch (autonom) in den Überlebensmodus. Das bedeutet, dass alle verfügbare Energie für eine extreme körperliche Belastung bereitgestellt wird. Wir kennen den Flucht- oder Kampf zustand. Wir können in dem Moment nicht logisch denken, das könnte unseren Tod bedeuten.
Problematisch wird es, wenn unser Körper in der Flucht- und Kampf Aktivierung stecken bleibt. Wir fühlen uns dann weiterhin gestresst und unsicher, wofür unser Körper auf Dauer nicht ausgelegt ist. Wenn dieser Zustand andauert und keine Regulation geschieht, kommt es zu körperlichen und/oder psychischen Symptomen. Das bedeutet, dass es in der Folge von schwerem Trauma zu psychischen und körperlichen Symptomen kommen kann, die Ursache darin jedoch im Dauerstresszustand unseres Nervensystems seine Ursache findet. Das Erlebnis bzw. die Folgen dessen sind also in deinem Körper bzw. in deinem Nervensystem gespeichert und hinterlassen Spuren. Es steckt als unbewusster Schrecken in Körper und Seele.
Es gibt wie immer mehrere Wege. Ich arbeite mit EMDR und traumasensiblem Coaching, das sich auf die Regulation deines Nervensystems konzentriert. EMDR regt durch die bilaterale Stimulation das Unterbewusstsein an, unverarbeitete Fragmente zusammenzufügen, damit das Gehirn sie verarbeiten kann.
Dabei liegt der Prozess komplett in deiner Hand. Du entscheidest, welche Schritte du gehst, wie nah du an deine Themen herangehst und wo du hinschauen willst. Hierbei zählt jeder Schritt! Und jeder Schritt ist wichtig! Egal wie klein er dir erscheint. Meist lösen sich unterwegs noch andere Fragmente mit. Du arbeitest immer für dich und dein System. Für Frieden und entspanntes Sein.
Weil wir so vorsichtig vorgehen, kommt es in der Regel nicht vor, dass dich eine Welle überrollt (ich kann natürlich nicht „nie“ sagen). Wir gehen die Schritte aufmerksam und achtsam, so dass dein Körper die Verarbeitung in seinem Tempo, in gut zu verdauenden Schritten vornimmt. Versprochen!
Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Erlernen diverser Selbst-Regulationstechniken. Wenn du dir in prekären Situationen selbst helfen kannst, wächst deine Selbstwirksamkeit, und das führt zu mehr Selbstliebe, Selbstvertrauen und Sicherheit.
Alles, was dazu beiträgt, dass du deinen Körper intensiver spürst und wieder bewusst auf seine Signale achtest, wird ein wichtiger Teil deines Heilungsprozesses sein. Dein System befindet sich momentan in einer Ungleichgewichtssituation, daher werden wir auf verschiedenen Ebenen daran arbeiten, dass du dich wieder ganz und vollständig fühlst. Du bist wie ein harmonisches Orchester, bei dem Körper, Geist und Seele als Team zusammenwirken.
Wir werden gemeinsam Achtsamkeitstraining, Körperwahrnehmung und Regulationstechniken einsetzen, um deine Widerstandsfähigkeit zu stärken, deine eigenen Ressourcen zu aktivieren und dadurch ein Gefühl von Zufriedenheit und Ganzheit zu erlangen.
Unser gesamtes System, bestehend aus Körper, Geist und Psyche, ist untrennbar miteinander verbunden. Wenn wir uns mit einer Problematik auseinandersetzen, ist es von großer Bedeutung, einen ganzheitlichen Blick darauf zu werfen. Veränderungen wirken sich immer im ganzen System aus. Insbesondere beim Umgang mit Trauma spielt die Neurobiologie eine wichtige Rolle.
Trauma hat sowohl Auswirkungen auf das Gehirn als auch auf den Körper. Etwa 20 % des Traumas sind im Gehirn verankert, während die restlichen 80 % im Körper gespeichert werden. Dies bedeutet, dass das traumatische Erlebnis neuronale Muster im Gehirn formt und gleichzeitig im Körper durch körperliche Empfindungen, Symptome oder Verspannungen präsent bleibt.
Diese gespeicherten Traumamuster sind oft stark, rigide und unflexibel. Sie haben sich regelrecht verkapselt und zeigen wenig Bereitschaft zur Veränderung. Solange diese Muster im Gehirn festgehalten werden und mit hoher Energie geladen sind, ist es schwierig, Veränderungen herbeizuführen. Hier setzt die Methode des EMDR an, um auf schonende Weise die Erinnerungen anzusprechen und dem System von außen einen neuen Reiz zu geben.
EMDR unterstützt die Neuverarbeitung des Traumas, indem es den Zugang zu den neuronalen Mustern ermöglicht. Durch gezielte Stimulation der Augenbewegungen oder anderer sensorischer Reize kann das Gehirn neue Verbindungen knüpfen und die starren Muster flexibilisieren. Dadurch öffnet sich das System und beginnt, sich neu zu ordnen. Dieser Prozess erfordert oft wiederholte Anwendungen, aber sobald das System eine neue Anordnung gefunden hat, kann Stress abgebaut und eine positive Veränderung erreicht werden.
Es ist wichtig zu verstehen, dass der Abbau eines Traumas ein individueller und manchmal langwieriger Prozess sein kann. Dennoch ist es erlösend und bringt mehr Lebendigkeit, Freude und Selbstbestimmung in dein Leben. Durch die neurobiologischen Aspekte und die gezielte Anwendung von EMDR kann eine tiefgreifende Heilung und Neuordnung des Systems erreicht werden, um eine positive Veränderung auf allen Ebenen zu ermöglichen.
Der Begriff "transgenerationales Trauma" ist in der Psychopathologie nicht wissenschaftlich diagnostiziert. Es handelt sich jedoch um ein Phänomen, das offensichtlich und wahrnehmbar ist. Es wird angenommen, dass unverarbeitete Traumata mit hoher Wahrscheinlichkeit über epigenetische Prozesse an die nächsten Generationen weitergegeben werden.
Dies geschieht auf verschiedene Weisen:
Diese Mechanismen verdeutlichen, wie Traumata sich über Generationen hinweg auswirken können und wie Erfahrungen der Eltern die Entwicklung und das Verhalten ihrer Kinder beeinflussen können. Es ist wichtig, sich dieser Zusammenhänge bewusst zu sein, um den Heilungsprozess zu unterstützen und den Teufelskreis des transgenerationalen Traumas zu durchbrechen.

Das, was uns oft belastet und uns in ungünstigen Reaktionsmustern gefangen hält, sind in der Regel Entwicklungs- und Bindungstraumata, die jeder von uns in sich trägt.
Diese Traumata stammen aus unserer Kindheit und haben einen so starken Einfluss, dass sie die gesamte Entwicklung unserer Persönlichkeit stören und häufig zu großem Leid als Erwachsene führen. Sie werden durch bestimmte Ereignisse ausgelöst, wie zum Beispiel ein Schocktrauma (wie der Tod eines Elternteils, der Auszug einer geliebten Bezugsperson, Krieg oder eine Naturkatastrophe).
Die schwerwiegendsten Traumafolgen entstehen jedoch durch Bindungstraumata. In der Kindheit entstandene destruktive Beziehungsmuster, die von den Eltern oder anderen Bezugspersonen dem Kind gegenüber vorgelebt wurden, können tiefe Auswirkungen haben. Dadurch können wir in unserem Innersten Schwierigkeiten haben, Kontakt aufzunehmen und Beziehungen zu führen. Dies führt zu großem Leid in allen Arten von Beziehungen und letztendlich auch zu Leiden in der Mutter-(Vater)-Kind-Beziehung. Das Leben besteht von Anfang an aus Austausch und Verbindung. Doch in einem gestörten Zustand versuchen wir, Verbindung durch Kompensation und Betäubung zu überleben, während wir uns gleichzeitig unendlich einsam und getrennt fühlen.
Diese Muster der Kompensation und des Getrenntseins hindern uns daran, das volle Potenzial unseres Lebens zu entfalten. Der Heilungsprozess zielt darauf ab, diese destruktiven Muster zu erkennen, zu verstehen und zu überwinden, um wahre Verbindung und erfüllende Beziehungen zu erfahren.
